Day 7 : Monte Albán und die Märkte

Und ja, sogar Ferds erhebt sich und ist nach dem Konsum von 6 Waffles zur Abreise bereit. Nach Monte Albán sind es nur 30 Minuten, die allerdings auf einer holprigen steilen Straße; es atmen also alle auf, als wir endlich da sind.
Monte Albán ist die alte Stadt der Zapoteken, Hochblüte zwischen 500–900 AD. In der Stadt lebten bis zu 24.000 Menschen, man kann sich das kaum vorstellen, so hoch und einsam auf dem Bergplateau ist es gelegen. Der Blick dafür auf die Stadt und die umliegenden Berge ist unschlagbar.

Wir kraxeln also diverse Pyramiden rauf und runter, bewundern Stelen mit der Darstellung der zapotekischen Krieger und Götter. Was was ist, bleibt oft unklar, so hat man lange angenommen, dass die tanzenden Gestalten in der Galería de los Danzantes Tänzer waren, mittlerweile tendiert man aber eher dazu, sie für tote Krieger in Verrenkungen zu halten. Das kommt eben davon, wenn so wenig überliefert und auch der Schlüssel zu den Hieroglyphen unklar ist …



Am Weg zurück hält uns ein Trupp spanischer Mädels auf der Suche nach starken Männern auf (kein Scherz), es geht um eine Pyramiden-Challenge. Die Boys sind gleich dabei, und mitten in der Zapoteken-Stadt formieren sie sich unter viel Gelächter zu einer Menschenpyramide. Allerdings verabsäumen es die Boys, Kontakte auszutauschen, und ich kann ja auch nicht alles für sie machen :)
Food Tour und Artisans Markets
Danach geht es flugs zurück nach Oaxaca, denn die Food Tour steht an — ich habe mich wie gesagt gedrückt und erforsche die vielen Artisans Markets. Im Nachhinein sind alle sehr zufrieden — die Herren mit den getrockneten Heuschrecken, Ameiseneiern etc., die sie verkosten durften, und ich mit den wunderbaren Einkäufen oaxakischer (?) Keramik, die sich bei uns in der Küche 100%ig gut machen wird.








Überhaupt sind diese Märkte ganz wunderbar, von den bestickten mexikanischen Blusen über Frida-Kahlo-Outfits, von Keramik über bestickte Schuhe, von Gürteln über bemalte Holzfiguren gibt es unendlich viel zu bestaunen. Zu Recht gilt Oaxaca als die Hauptstadt des Kunsthandwerks, und hier ist nix made in China, sondern „echt“.
Viele Hersteller haben sich zu Kooperativen zusammengeschlossen, viele davon rein weiblich, andere finanzieren mit ihrem Verdienst die Suche nach vermissten Angehörigen — denn das ist die andere, dunkle Seite von Mexiko, die erst bei näherem Hinsehen auftaucht. Etwa vor unserem Hotel ist eine Reihe an Märkten, wo hinter all den bunten Blusen und dem Schmuck Plakate mit den Fotos und Namen der vermissten Familienmitglieder hängen.

Casa Oaxaca
Am Abend geht es in die Casa Oaxaca, quasi der Feinschmeckertreff der Stadt, wo es entsprechend Crostadas mit Heuschrecken und Würmern gibt. Wird natürlich sofort bestellt, aber sogar Max, der eigentlich alles ausprobiert, muss da im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne zusammenbeißen. Der Toast riecht erstaunlicherweise genauso wie die Stinkwanzen zu Hause.

Dafür fiedelt vor der Tür des Restaurants eine ganze Mariachi-Band, neben der Leuchtschrift „cásate conmigo“, was auf einen Heiratsantrag hindeuten dürfte. Sweet!!!
Alle Fotos und Videos dieses Tages gibt es im Mexiko-Album.