Day 3+4: von Merida nach Chicken Itza und Puerto Morelos

Chichén Itzá — oder wie ich es nenne: Chickenitza — ist die größte und berühmteste der Maya-Ausgrabungsstätten, die eine, die man keinesfalls verpassen darf.
Die Hochblüte erlebte die Stadt von 900–1100, danach zogen die Maya weiter, wahrscheinlich wegen Übervölkerung und der damit verbundenen Nahrungsmittelknappheit. Es ist ein Komplex mit einigen Pyramiden, Tempeln, einem Ballspielplatz, einem Ossarium und was man sonst noch so braucht.
Wir brechen relativ früh auf, also 10.30, was vor allem für Ferds quasi das Morgengrauen darstellt. Entsprechend grantig ist er auch am Frühstückstisch, dabei hab ich mich noch immer nicht davon erholt, dass er vorgestern meinte, ich sähe wie eine amerikanische Touristin aus :(
Tonnen an Koffern werden ins Auto gewuchtet, ich falte mich in die dritte Reihe hinein, und zack sind wir dort. Wir wehren Scammer ab, die uns bereits 5 km davor „official tickets“ verkaufen wollen, und schaffen es zum Parkplatz, wo wir erstaunlicherweise vor dem Eingang parken. Laut O’s Bestie Claude ist ja mit mindestens 2 Stunden Wartezeit zu rechnen, aber nix davon zu sehen.


Auf den ersten Blick gibt es mehr Guides, die nach Arbeit suchen, als Touristen. Der Eindruck bestätigt sich innen — auf einen Touristen kommt ca. ein Verkaufsstandl. Der etwa 10-minütige Weg zur ersten Pyramide ist von denselben gesäumt; da Max heute ein französisches Fußball-T-Shirt trägt, werden wir sogar auf Französisch geheckelt. Die Hitze ist unfassbar, feucht und klebrig, aber wir schreiten mutig voran.
Eine Art Feeling für die tausendjährige Stätte stellt sich allerdings nicht leicht ein, wenn man links und rechts von Maya-Masken, Handtüchern, T-Shirts, Modellen von Pyramiden und Schießscheiben, Schmuck, Kleidung, Teppichen etc. umzingelt ist — dem Aussehen nach alles made in China.

Schließlich erreichen wir schnaufend das Plateau mit den alten Steinen, schon sehr impressive, aber weder darf man selbst raufkraxeln auf die Pyramiden wie in Cobá noch zumindest in Ruhe drüberspazieren wie in Uxmal. Wandert man von Pyramide zu Pyramide, geht es an weiteren Standln vorbei, plus fragt einen immer wieder ein freundlicher Händler, ob man wirklich keine geschnitzte Holzplatte mit Maya-Motiven möchte.






Trotzdem ist gerade der Ballspielplatz beeindruckend, mit 11 Meter hohen Mauern links und rechts, in deren Mitte jeweils ein steinerner Ring befestigt ist, durch den der Ball musste. Da Ring klein und Mauer hoch, ist es kein Wunder, dass die Games oft 3–4 Tage dauerten. Die Verlierer wurden meist umge- bzw. als Menschenopfer dargebracht.

Nach 2 Stunden in der Hitze lassen wir es gut sein und machen uns auf Richtung Puerto Morelos, wo wir heute übernachten. Hier hoffen wir schnell ins Wasser springen zu können, morgen geht es nach Oaxaca weiter!

Alle Fotos und Videos dieses Tages gibt es im Mexiko-Album.